Über das Alleinereisen

Ich vor dem Tadj Mahal. Wer hätte das gedacht?

Vor über 2 Jahren habe ich mich auf den Weg gemacht, die Welt zu erkunden. Ganz alleine, nur mit einem Rucksack und dem Traum (m)einer Weltreise. Ich hatte Angst, Zweifel und war sehr unsicher, ob ich es alleine schaffen würde. Wochenlang davor konnte ich nicht richtig schlafen. Oft bin ich mitten in der Nacht aufgewacht und dachte mir: „Was machst du da nur?“

Indien stand zu diesem Zeitpunkt gar nicht auf meiner Reiseliste. Niemals hätte ich mich getraut – alleine als Frau – in das Land zu reisen, von dem  man nicht unbedingt Gutes hört. Gestern stand ich vor dem Tadj Mahal. Zum Sonnenaufgang. Ich fand dass das Tadj Mahal einfach wie ein Gemälde aussieht. Und war einfach stolz. Stolz auf mich selber und mir wurde auf einmal bewusst, wie viel ich eigentlich geleistet habe und wie weit mich diese Reise gebracht hat.

Nicht nur die ganzen fremden Länder, schönen Strände und exotischen Kulturen, die ich gesehen und kennengelernt habe. Ich habe so viel über mich selber gelernt. Diese Reise hat mich geprägt verändert und mir ganz neue Perspektiven eröffnet.

Nicht jeder Tag in den letzten 2 Jahren war gut. Ich bin auch emotional aus meiner Komfortzone herausgetreten. Bin in fremden Ländern in prekäre Situationen geraten. Habe tausende Male geweint und war verzweifelt oder am Boden zerstört. Ich habe die volle Palette an Gefühlen durchlebt. Emotionen, die ich zuhause nie zugelassen hätte. Positive als auch Negative – so wie es im Leben halt ist.

Wenn ich diese Reise nicht gewagt hätte… Hätte ich so viele bereichernde Erfahrungen nicht gemacht. Es wären so viele Abenteuer unerlebt geblieben, Geschichten unerzählt und ich hätte weiterhin nur davon geträumt die Welt auf eigene Faust zu bereisen. Wahrscheinlich hätte meine Abenteuer jemand anderes erlebt und ich wäre furchtbar neidisch geworden…

(M)eine Reise ist viel mehr als fremde Kulturen, exotische Orte und andere Kulturen kennen zu lernen. Es ist eine Möglichkeit sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Seinen eigenen Wünschen, Hoffnungen, Stärken und Schwächen, seiner Persönlichkeit und seinen Charakterzügen und was einen wirklich ausmacht. Es ist ein Weg zur Selbstfindung. Lange war ich auf einer Suche und nun habe ich das Gefühl endlich bei mir selbst angekommen zu sein.

Wenn bei dir auch nur ein klitzekleiner Funken entflammt wird, dasselbe zu machen: alleine zu Reisen. Dann kann ich dir nur den Tipp geben: MACHE ES! Egal ob du für ein Wochenende verreist oder eine richtig lange und weite Reise machst. Diese Erfahrung wird dich verändern. Vielleicht nur ganz wenig, vielleicht auch so richtig. Du kannst es nicht wissen, das kannst du nur selbst herausfinden.

Und möglicherweise geht es dir eines Tages so ähnlich wie mir: du stehst vor dem Tadj Mahal zu Sonnenaufgang. Eine kühle Brise umweht dein Haar, Vögel zwitschern und vor dir das wunderschöne, wie gemalene, Tadj Mahal. Du hast Tränen in den Augen und kannst es gar nicht so richtig glauben 🙂

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Grüß euch! Ich bin Weltreisende, Chaotin und Langschläferin :-) Schön dass Ihr auf meinem Blog gelandet seid und somit Teil meines lang gehegten Traumes meiner Weltreise seid!! Bussis und Baba, Simi

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