Was ist Couchsurfing und wie funktioniert es?

Hätte mir vor 2 Jahren jemand gesagt, dass ich in Südamerika bei fremden Leute übernachte, hätte ich diese Person ausgelacht 😀

Hahaha, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…. Im folgenden Artikel möchte ich euch von meiner Erfahrung mit Couchsurfing erzählen. Wie das Konzept genau funktioniert und welche Tipps ich für diejenigen habe, die es auch einmal ausprobieren möchten.

Warum ich Couchsurfing ausprobiert habe?

Ich hatte früher schon einiges von Couchsurfing gehört. Doch habe ich mich ehrlich gesagt nie getraut so zu reisen. Als ich meine Reise nach Afrika antrat, hatte ich einen Layover in Casablanca in Marokko. Im Zug vom Flughafen in das Zentrum traf ich die Brasilianerin Maria Paula. Sie hat mir dann erzählt, dass sie hier auch „couchsurft“.  Ich hingegen hatte in einem Hostel übernachtet. Es stellte sich heraus, dass mein Hostel gar nicht so gut war und Maria Paula richtig Glück mit ihrem Host hatte.

Daraufhin habe ich mir gedacht: „Ich versuche es einfach.“

 

Wie das Couchsurfing-Konzept funktioniert?

Der Slogan von Couchsurfing lautet „Triff Locals auf der ganzen Welt und übernachte bei ihnen“. Bereits Ende der 1990er gab es die Plattform und 2003 wurde daraus ein Unternehmen gegründet. Die Bereiche, die Couchsurfing.com anbietet sind die 3 folgenden: als Gast „Surfen“, als Host (Gastgeber) Surfer aufnehmen und die Community. Letzteres bedeutet, dass Mitglieder nicht nur Host oder Gast sein können, sondern andere Mitglieder treffen oder an Couchsurfing-Events teilnehmen können.

Mittlerweile umfasst das Angebot laut Angaben von Couchsurfing 400.000 Gastgeber, 4 Millionen Surfer und 100.000 Events. 2011 wurde die  (bis dahin gratis bzw. auf Mitgliederspenden basierende) Plattform übrigens zu einem gewinnbringenden Unternehmen umfunktioniert. Dieser Schritt führt(e) zu zahlreichen Kritiken. Nun kostet eine Registrierung als „Verifiziertes Mitglied“ bei Couchsurfing.com 18 Euro im Jahr, die Basis-Funktionen sind nach wie vor kostenlos nutzbar

Wenn man sich auf Couchsurfing registriert muss man zuerst ein Mitglieder-Profil ausfüllen. Dieses umfasst neben einigen persönliche Fragen auch die Erwartungen an Couchsurfing und warum man die Plattform nutzt. Als Host muss man die Schlafgelegenheit genau beschreiben. Optional kann jedes Mitgleid man auch Bilder uploaden.

Als Gast muss man eine Anfrage an einen Host mit einer Nachricht senden. Dieser kann die Anfrage dann akzeptieren oder ablehnen. Kommt die Übernachtung zustande geben Host als auch Gast eine Bewertung ab. Diese Bewertungen können nicht geändert oder gelöscht werden und sind auf jedem Profil ersichtlich.

 

Wie es war?

Cali (eine kolumbianische Stadt) aus einer absolut untouristischen Perspektive sehen? Einen Tipp für einen richtig guten Friseur bekommen? In Palma de Mallorca das günstigste Bierlokal finden? Weihnachten zusammen mit einer brasilianischen Familie feiern? Bei einer Cinceaños Feier dabei sein? Diese Erfahrung hätte ich nicht machen können, wenn ich nicht über meinen Schatten gesprungen wäre und mich bei Couchsurfing registriert hätte.

Zugegeben, als ich das erste Mal nach einem Host in Brasilien suchte, war mir schon etwas mulmig zumute. Doch als mich Maria Angela frühmorgens von der Busstation in Foz de Iguacu (Brasilien) abgeholt hat und mir Frühstück und Kaffee gemacht hat, waren alle Bedenken schnell vergessen. Meine Erfahrungen waren immer sehr gut. Meine Gastgeber waren immer sehr bemüht und haben mich schnell in die Familie oder den Freundeskreis integriert. Ich bin mir sicher, dass ich so einige Länder von einer ganz anderen Perspektive aus erleben durfte.

Wenn ich Freunden von meinen Erfahrungen erzähle, kommt oft die Frage, ob ich nicht Angst habe. Ich habe nur Positives erlebt und hatte nie Bedenken. Die Schlafgelegenheiten als auch die Beschreibungen der Hosts waren im Profil genau gleich wie in Wirklichkeit.

Für mich hat sich herausgestellt, dass ich diese Form des Reisens sehr gerne mag. So ein Glück dass ich es einfach versucht habe 🙂

 

Meine Tipps für eine erfolgreiche und sichere Couchsurfing-Erfahrung:

  • Schau dir die Mitgliederprofile ganz genau an. Die Referenzen und das Profil der Hosts sagen sehr viel aus. Höre auch auf ein Bauchgefühl. Ich achte außerdem immer darauf, dass die Mitglieder „verifiziert“ sind und dass mehr als 10 Bewertungen vorliegen.
  • Lass dich auf die Couchsurfing-Erfahrung voll und ganz ein. Du weisst hier nicht, was dich erwarten wird. Es wird ein Abenteuer – Yeaahhhhh!
  • Ein Tipp ist es immer nur 1-2 Nächte zu buchen. Sollte es dir gefallen, gibt es dann eventuell die Möglichkeit deinen Aufenthalt bei deinem Host zu verlängern. Passt es nicht, dann kannst du schnell wieder die Fliege machen 😉
  • Die Frage, ob du ein Gastgeschenk mitbringen sollst ist schwierig zu beantworten. Es ist sicherlich nett eine Kleinigkeit mitzubringen, aber wird nicht von den Hosts erwartet. Da ich eine Langzeitreisende bin und nicht mit viel Gepäck reisen kann, lade ich meinen Host am Ankunftstag dann meistens auf etwas (z.B. ein Getränk oder ein Abendessen) ein. Dieses kleine „Dankeschön“ ist immer ganz gut angekommen.
  • Traust du dich noch nicht per Couchsurfing zu reisen, kannst du die Plattform nutzen und an den Events teilnehmen. Über ein „Hangout“ kannst du einzelne Personen oder Gruppen treffen, die sich gerade in der Stadt oder dem Ort befinden wo du bist. Als Alleinreisende nutze ich diese Socialising-Funktion sehr gerne.
  • Couchsurfing kann man übrigens nicht nur als Alleinreisender nutzen. Bei Pärchen und Familien wird die Plattform immer beliebter. Welche Erfahrungen Jenny mit Baby/Kleinkind Nunu und Couchsurfing gemacht hat kannst du auf  ihrer Website nachlesen.
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Grüß euch! Ich bin Weltreisende, Chaotin und Langschläferin :-) Schön dass Ihr auf meinem Blog gelandet seid und somit Teil meines lang gehegten Traumes meiner Weltreise seid!! Bussis und Baba, Simi

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